Gespräch mit der Geschäftsführung vorbereiten: Ein möglicher Ablauf
Ein wirkungsvolles Gespräch braucht eine klare Dramaturgie. Lange Vorgeschichten führen häufig dazu, dass die entscheidende Botschaft zu spät sichtbar wird.

- Das Thema in den Gesamtkontext einordnen
Beginne mit einer kurzen Einordnung. Warum ist das Thema für das Unternehmen relevant, und weshalb sollte es jetzt besprochen werden?
Eine mögliche Formulierung lautet:
„Ich möchte ein Thema ansprechen, das aktuell unseren Bereich betrifft, aber in den nächsten Wochen Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit und zwei weitere Abteilungen entwickeln kann.“
Damit erkennt dein Gegenüber sofort, weshalb das Anliegen nicht ausschließlich operativ betrachtet werden sollte.
- Das Anliegen klar benennen
Formuliere früh, worüber du sprechen möchtest.
„Ich brauche heute eine Entscheidung darüber, ob wir zusätzliche Kapazität einsetzen oder den Projektumfang reduzieren.“
Dein Gegenüber kennt damit den Gegenstand des Gesprächs, bevor du Hintergründe und Details erläuterst.
- Die strategische Bedeutung erklären
Zeige, welche Auswirkungen das Thema auf Ziele, Markt, Kunden, Mitarbeitende, Kultur oder Risiken hat.
An dieser Stelle geht es weniger um die gesamte Vorgeschichte als um die Frage, warum das Problem für das Unternehmen relevant ist.
- Die Folgen eines Nicht-Handelns beschreiben
Welche Entwicklung ist zu erwarten, wenn keine Entscheidung getroffen wird?
Eine glaubwürdige Darstellung vermeidet Dramatisierung. Sie beschreibt nachvollziehbar, welche Risiken zunehmen, welche Prozesse blockiert werden oder wo Zeit verloren geht.
- Handlungsoptionen aufzeigen
Optionen sollten echte Entscheidungsräume eröffnen. Dazu können eine kurzfristig operative Lösung, eine strategische Veränderung oder eine organisatorisch-politische Variante gehören.
Die Darstellung sollte jeweils deutlich machen, welche Konsequenzen mit einer Option verbunden sind.
- Eine Empfehlung aussprechen
Eine Empfehlung schafft Orientierung. Sie sollte aus der Perspektive des Unternehmens begründet werden, nicht ausschließlich aus den Interessen des eigenen Bereichs.
„Ich empfehle Option zwei, weil sie zwar kurzfristig mehr Abstimmung erfordert, mittelfristig aber das größere Kapazitätsrisiko reduziert.“
- Die Entscheidungslogik des Gegenübers erfragen
Gerade bei komplexen Themen kann eine Frage auf der Metaebene hilfreich sein:
„In welchem Entscheidungsrahmen sehen Sie dieses Thema?“
Die Antwort zeigt dir, welche Kriterien für dein Gegenüber maßgeblich sind. Dieses Wissen hilft nicht nur im aktuellen Termin, sondern verbessert auch zukünftige Vorbereitungen.
- Den konkreten Bedarf formulieren
Benenne, was nur dein Gegenüber entscheiden oder ermöglichen kann.
„Von Ihnen brauche ich die Entscheidung über das zusätzliche Budget und die Rückendeckung für die bereichsübergreifende Priorisierung.“
- Die eigene Verantwortung festhalten
Mache deutlich, was nach der Entscheidung in deinem Verantwortungsbereich liegt.
„Nach der Freigabe übernehme ich die Abstimmung mit den beteiligten Bereichen und melde Ihnen bis Freitag den aktualisierten Zeitplan zurück.“
Damit wird aus dem Gespräch keine Übergabe des Problems, sondern eine gemeinsame Entscheidungsarbeit.