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Teamreflexion – Wie gelingt das?

In diesem Podcast reden wir ja wöchentlich über Mitarbeitergespräche und alle wichtigen Aspekte rund um dieses Thema. Feedback im 1:1 und die Reflexion des letzten Jahres ist dabei nicht nur fester Bestandteil, sondern überhaupt erst der Anlass ausführlich miteinander zu reden.

Das betrifft aber immer nur das 4-Augen-Gespräch zwischen Mitarbeiter und Führungskraft. Heute will ich den Blick auf das gesamte Team lenken und mit euch über Teamreflexion sprechen. Also das Ausmaß, in welchem Teammitglieder über gemeinsame Ziele, Strategien und Arbeitsprozesse nachdenken und daraus folgend ihr Verhalten.

Sich im Team zu reflektieren ist ein wesentlicher Bestandteil, um erfolgreich zu sein. Denn gute Reflexionsprozesse vermindern Konflikte in den Aufgaben und in der Beziehung gleichermaßen.

  • Wer arbeitet an welchen Projekten?
  • Wer hat welche Ressourcen (Budget und/oder Zeit)?
  • Wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Oder

  • Wer teilt welche Informationen nicht oder nur schleppend?
  • Welche Sub-Teams bilden sich derzeit im Team?
  • Wer kann nicht mit wem zusammenarbeiten?

So kindisch das im ersten Moment klingen mag, so oft musst du als Führungskraft die Konflikte klären und entscheiden. Und bei der Teamreflexion geht es auch um mehr als ein Teammeeting, indem jeder mal erzählt, was ihm oder ihr auf dem Herzen liegt.

Reflexion ist eine Kompetenz jeden Individuums

Teamreflexion ist damit verbunden, Handlungen zu planen, zu hinterfragen, Wissen anzuwenden und durch Bezugnahme auf vergangene Ereignisse neues Wissen aufzunehmen. Reflexion ist also eine Kompetenz, die man aufbauen kann und alle wichtigen Aspekte umfasst, die man braucht, um Leistung zu zeigen.

Außerdem kennt ihr das sicherlich bereits aus euren Teams. Feedback oder einen Rückblick auf bestimmte Projekte können mal mehr mal weniger in die Tiefe gehen. Zum einen kann Reflexion vor, während oder nach einer Handlung geschehen. Zum anderen kann Reflexion in unterschiedlichen Tiefenebenen auftreten, sie kann oberflächlich, mittel oder tief sein. Die oberflächliche Phase ist charakterisiert durch besondere Aufmerksamkeit, Beobachtung, Rückblick und Analyse von gruppeninternen Prozessen. Diese Ebene ist eher eine allgemeine, es wird darüber nachgedacht, was das Problem ist, was die Aufgabenstellung ist und wer wofür zuständig ist.

Die mittelmäßige Reflexion zeichnet sich durch das Evaluieren von Ergebnissen und Prozessen und das Erstellen von Plänen zum Erreichen von Zielen und Alternativen aus. Die tiefe Phase beschäftigt sich mit dem Hinterfragen von Normen und Werten des Teams und seiner Umgebung. In dieser Phase wird überlegt, wie die Umgebung das Team beeinflusst.

In der Teamreflexivität schaut man auf Ziele, Strategien und Prozesse

Wenn Du dich und dein Team reflektieren willst, dann schaust du im Optimalfall auf alle Aspekte gleichermaßen. Die typischen Inhalte sind die Ziele, die Strategien, die Prozesse und die Umweltbedingungen, die dein Team prägen.

Ziele werden hinsichtlich ihrer Angemessenheit, Klarheit und des Einverständnisses der einzelnen Teammitglieder reflektiert. Die Reflexion der Strategien bezieht sich auf die Effektivität und Effizienz und den Zeitrahmen der Anwendung dieser Strategien. Teamprozesse können bezüglich der Interaktion zwischen den Teammitgliedern, des Konfliktmanagements oder auch der Effektivität beleuchtet werden.

Die Organisation kann von reflexiven Teams hinsichtlich organisationaler Ziele, Praktiken, Unterstützungen für das eigene Team oder Feedbackmechanismen betrachtet werden.

Rolle der Führungskraft entscheidend für Qualität der Reflexivität

Mal wieder ist es entscheidend wir gut du als Führungskraft deine Mannschaft führst. Du bist also ein wichtiger Faktor für die Qualität der Reflexion. Insbesondere Führungskräfte, die einen transformationalen Führungsstil zeigen, haben positive Auswirkung auf die Reflexivität, d.h. das Team ist bereiter sich zu hinterfragen. Transformationale Führung zeichnet sich dabei durch die Berücksichtigung der individuellen Potenziale der Mitarbeiter, Ermunterung zur Kreativität und eigenständigem Problemlösen und Inspiration durch anspruchsvolle Zielsetzung aus.

Eine solche Führungskraft ist Vorbild und ihr wird Vertrauen und Respekt entgegengebracht. Sie ermöglicht, dass Mitarbeiter „über sich hinauswachsen“, sich kreativ und innovativ ihren Aufgaben widmen, sich als „Teil des Ganzen“ wahrnehmen und (selbst-)wirksam Ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten.

Dabei scheint es insbesondere die Vermittlung einer geteilten Vision zu sein, die die Teamreflexivität erhöht. Eine solche geteilte Vision kann deshalb förderlich für die Zusammenarbeit sein, weil sie einen geteilten Bezugsrahmen darstellt, anhand derer Ziele, Strategien und Leistungen gemeinsam evaluiert werden können. Transformationale Führung betont gerade diese gemeinsame Vision und die gemeinsamen Ziele, und stimuliert so die Reflexion im Team.

Welche Instrumente kann man für eine bessere Teamreflexivität nutzen?

Ein wichtiger Schritt, um die Teamreflexivität zu erhöhen, ist die Schaffung einer offenen und sicheren Arbeitsumgebung, in der Teammitglieder ihre Meinungen und Gedanken frei teilen können. Dies kann durch regelmäßige Feedback-Sessions, Teammeetings und individuelle Gespräche erreicht werden. Es ist auch wichtig, dass die Teammitglieder lernen, konstruktives Feedback zu geben und zu empfangen, um die Interaktionen und die Teamdynamik zu verbessern.

Ich habe euch 5 Instrumente mitgebracht, wie ich Teamreflexivität im Team erhöhen könnt.

Blitzlicht im Online-Meeting/Präsenzmeeting
Regelmäßiges, kurzes Feedback über die Zusammenarbeit im Team, gekoppelt an die Nennung von Verbesserungsvorschlägen. Gleiches kann im Nachgang zu größeren Projekten oder Arbeitsphasen erfolgen.

Durch die Einbindung des Teams wird die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt und die Selbststeuerung gefördert.

Gezieltes Einbringen von Themen
Die Führungskraft kann gezielt Themen, wie z. B. „Wie behält man den Überblick bei 100 Mails am Tag?“ in Teambesprechungen einbringen und in einer Diskussion mit den Teilnehmenden nach individuellen Strategien oder Best-Practice-Beispielen fragen.

Diese werden in der Gruppe geteilt und können von anderen Mitarbeitenden genutzt werden.

Wissensaufbau
Als eine Maßnahme zum Wissensaufbau kann die Einführung von FAQ (Frequently Asked Questions bzw. Häufig gestellte Fragen) sein. Außerdem können Checklisten entwickelt werden, die die Bearbeitung bestimmte Prozesse erleichtert. Generell können Prozessdarstellungen angefertigt werden. Auch eine Art Lexikon ist möglich.
Lessons Learned
Um systematisch Feedback zu sammeln, bieten sich Lessons Learned an. Diese Einheiten reflektieren ein Projekt oder eine bestimmte Arbeitsphase. Hierbei werden bewährte Abläufe, Instrumente und Verhaltensweisen notiert und für die weitere Nutzung geteilt.

Durch die Analyse von Erfolgen und Misserfolgen kann das Team lernen, wie es in der Zukunft bessere Ergebnisse erzielen kann. Eine Lessons Learned bietet die Möglichkeit, bereits gemachte Fehler zu identifizieren und zu vermeiden, was Zeit und Kosten sparen kann. Eine regelmäßige Durchführung von Lessons Learned fördert eine Kultur des kontinuierlichen Lernens und Verbesserns innerhalb des Projektteams.

Review & Retrospektive
Im agilen Projektmanagement findet man sog. „Reviews“, die nach jeder einmonatigen Arbeitsphase stattfinden und ausdrücklich die Qualität der Zusammenarbeit thematisieren.

Agenda für ein Review:

  1. Zusammenfassung der Arbeitsleistungen seit dem letzten Review
  2. Überprüfung des Fortschritts gegenüber den Zielen
  3. Diskussion offener Punkte und Herausforderungen
  4. Planung künftiger Aktivitäten und Ziele
  5. Feedback und Anregungen von allen Teilnehmern

Zur Planung der anstehenden Arbeitsphase finden längere Meetings (ca. 3h) statt, die Retrospektive genannt werden. In der Retrospektive werden die beteiligten Menschen, die Strukturen, Prozesse und Werkzeuge besprochen, Verbesserungen abgeleitet und Positives übertragen.

Agenda für eine Retrospektive:

  1. Reflektion über das vergangene Projekt/Sprint
  2. Identifikation von Stärken und Schwächen
  3. Diskussion von Lernmöglichkeiten für die Zukunft
  4. Überlegungen zur Verbesserung von Prozesse und Arbeitsabläufen
  5. Überprüfung von Handlungsempfehlungen aus früheren Retrospektiven
  6. Festlegung von Maßnahmen für die nächste Periode.

Aber nun zu Euch! Wie gut lebt ihr Teamreflexivität?

Habt ihr feste und regelmäßige Formate etabliert, um euch als Team zu hinterfragen und für kommende Projekte besser aufzustellen?

Schreibt mir eure Erfahrungen gerne als Mail oder als Nachricht. Ich freue mich von Euch zu lesen.

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