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Was ist eine Workation?

Ein neuer Trend für mehr Work-Life-Balance erobert die Unternehmen

Wie wäre es, wenn Du dein Büro für ein paar Tage an den Strand verlegen könntest? Klingt das interessant? Dann viel Spaß mit dem heutigen Thema: Workation

Wie? Du hast den Begriff noch nie gehört?

Spaß beiseite – Workation ist ein Trend, um den Mitarbeitenden ein weiteres Angebot zur besseren Work-Life Balance zu machen. Der Schachtelbegriff Workation setzt sich aus Work für Arbeit und Vacation für Urlaub zusammen. In der Praxis wird dein Arbeitsplatz für ein paar Tage an einen schöneren Ort verlegt. Es ist also ein zeitlich begrenzter Auslandsaufenthalt, in dem sich die Phasen von Arbeit und Erholung abwechseln sollen.

Nachdem wir durch Corona gelernt haben, dass es nicht zwingend das eigene Büro braucht, um gut zu arbeiten, hat auch der Workation Zug ordentlich an Fahrt aufgenommen. Die Digitalisierung trägt ihr Übriges dazu bei und lässt das Arbeiten vom Strand zur Selbstverständlichkeit werden.

Vier von zehn Arbeitnehmern, die grundsätzlich ortsunabhängig arbeiten können, haben schon Erfahrungen mit „Workation“ gemacht. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von PwC unter 1000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hervor. Laut der „Work from here”-Studie möchte fast die Hälfte der Deutschen, die im Homeoffice arbeiten, gerne ab und zu von einem anderen Ort aus arbeiten. Über die Hälfte würde sogar lieber den Arbeitsplatz an den Urlaubsort verlegen als zu Hause Urlaub zu machen.

Voraussetzungen für das Gelingen sind vielfältig

Damit eine Workation für alle Seiten gelingt, müssen ein paar Voraussetzung zwischen dir und deinem Arbeitnehmer geklärt sein.

Arbeitszeiten: Auch im Rahmen einer Workation bedarf es festgelegter Richtlinien bezüglich der Arbeitszeiten. Selbst wenn flexible Arbeitszeitmodelle auf den ersten Blick naheliegend erscheinen, stellen feste Arbeitszeiten sicher, dass das Urlauben dem Arbeiten nicht im Weg steht.

Pflichtbewusste Arbeitnehmer:innen: Das Arbeiten an Urlaubsorten erfordert ein erhöhtes Pflichtbewusstsein, das nicht alle Angestellten mitbringen. Gegenseitiges Vertrauen, zielgerichtete Absprachen und eine offene Kommunikation zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer:in sind die Basis einer für beide Seiten profitablen Workation.

Passendes Zielland: Im Sinne eines wertschöpfenden Austauschs zwischen den Angestellten vor Ort und den Angestellten auf Workation sollten die Zeitzonen nicht allzu weit auseinanderklaffen. Darüber hinaus ist das favorisierte Land hinsichtlich der Sicherheitslage und der medizinischen Versorgung zu überprüfen.

Vorausschauende Organisation: Ändert sich der Aufenthaltsort, ändern sich mitunter auch die Umstände. Damit arbeitsrelevante Software, Endgeräte und Zahlungsmittel auch im Ausland wie gewohnt funktionieren, sind präzise Auskünfte einzuholen und entsprechende Vorbereitungen zu treffen.

Ausstattung: Während der Schreibtisch durch einen Tisch im Café oder eine Strandliege ersetzt werden kann, sind ein aufgeladener Laptop, ein ausreichender Telefonempfang und eine zuverlässige WLAN-Verbindung unverzichtbar.

Finanzierung: Abhängig von Zielland, Ort, Unterbringung und Dauer geht eine Workation mit einem erhöhten Kostenaufwand einher. Deshalb ist es wichtig, frühestmöglich zu klären, wer welche Kosten trägt, und das Budget dementsprechend festzulegen. Da eine Workation relativ neu ist, sind hier sicherlich kaum feste Regeln im Unternehmen zu erwarten. Das heißt, dass deine Workation sicher im Einzelfall entschieden wird. Sicherlich ist eben ein solcher Einzelfall das Argument, eine Workation nicht zu erlauben. Die Angst einen Präzedenzfall zu schaffen, wird sicherlich groß sein.

Gesundheit und Versicherung: Bevor Du deine Arbeitnehmer auf eine Workation schicken, sollte für einen umfassenden Versicherungsschutz (inklusive Auslandskrankenversicherung) gesorgt werden. Weise Deine Arbeitnehmer außerdem darauf hin, sich bei einem Arzt hinsichtlich des erforderlichen Impfschutzes für das Zielland beraten zu lassen.

Was ist der Nutzen für das Unternehmen?

Aber die alles entscheidende Frage ist doch: Warum sollte ich meinen Mitarbeiter auf Workation schicken? Was habe ich davon?

  • Entscheidend sind doch die Ergebnisse und nicht von wo sie kommen

So eine Workation ist in aller erster Linie auch ein Vertrauensvorschuss ggü dem Mitarbeiter, dass Du ihm zutraust, von jedem Fleckchen dieser Erde gute Ergebnisse zu erzielen. Sollte sich dadurch die Arbeit noch besser mit den Bedürfnissen deines Mitarbeiters decken – wunderbar. Außerdem haben wir ja während Corona gelernt, wie unwichtig das Büro werden kann.

Natürlich ist durch eine Workation eine genaue Absprache notwendig, wann Arbeits- bzw. Urlaubsphase herrscht. Nur wenn alle Seiten sich daranhalten, bzw. ihre Pflichten nicht aus den Augen verlieren, kann eine Workation funktionieren.

  • Der Mitarbeiter wird durch eine Workation glücklicher

Das zeigt die Work-From-Here-Studie, in der 8.000 Angestellte in sechs Ländern befragt wurden. Tatsächlich kann der Aufenthalt an einem neuen Arbeitsort sogar ein wertvolles Plus an Kreativität wecken und neue Sichtweisen begünstigen. Oft stagnieren Ideen und Konzepte durch routinierte Arbeitsabläufe. Ein Spaziergang am Strand oder eine lange Wanderung in den Bergen sorgen für neue Ideen und im Idealfall für ein hohes Maß an Zufriedenheit – sowohl im Job als auch mit der eigenen Lebenssituation. Deswegen sollten Mitarbeitende sich die Freiheit nehmen können, um zu arbeiten, wann und wo sie wollen. Nicht alle Menschen sind zur selben Zeit produktiv. Es gibt Frühaufsteher:innen und Nachteulen, Homeoffice-Verfechter:innen und Büroliebhabende.

  • Clever geplant lernt der MA in der Workation auch noch etwas dabei.

Viele Branchen und moderne Unternehmen sind international vernetzt oder verfügen sogar über Standorte im Ausland. Eine Workation bietet die Chance, Kolleg:innen zusammenzubringen, die sich sonst nur von Videocalls kennen. Ein Treffen von Angesicht zu Angesicht, ein Kaffee am Nachmittag oder ein Bier nach Feierabend sind durch keine noch  so technisch ausgefeilte Videokonferenz zu ersetzen. Der kleine Unterschied des persönlichen Live-Kontakts macht oft den großen Unterschied aus, wenn es im weiteren Verlauf um eine fruchtbare, konstruktive und unkomplizierte Zusammenarbeit geht.

  • Weniger Stress

Laut einer Studie der TU Chemnitz sagen rund 60 Prozent der Befragten, die von zu Hause aus arbeiten, dass im Homeoffice die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben verschwimmen. Mehr als jede:r Vierte empfindet das als Belastung. Eine Workation bietet die optimale Work-Life-Balance. Nicht weil Arbeit und Entspannung klar voneinander getrennt werden, sondern weil Entspannung in den Arbeitsalltag integriert wird. Der Begriff Work-Life-Balance ist dabei irreführend. Er suggeriert zwei Extrempole, die es so nicht gibt. Vielmehr sollten Arbeit und Leben miteinander in Einklang gebracht werden. Dabei ist Individualität wieder das entscheidende Stichwort. Bei einer Workation können Mitarbeitende je nach produktiver Phase, Stimmungslage oder Workload ihre Pausen flexibel in den Arbeitstag integrieren.

Nicht alle Nachteile können vorher geplant werden

Natürlich hat so eine Workation auch Schattenseiten:

  • Fehlende persönliche Kommunikation: Weder ein Telefonat noch ein Videocall kann ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht ersetzen.
  • Komplikationen durch Unklarheiten: Eine Workation kann mit einer verringerten Effizienz einhergehen. Zeitunterschiede oder fehlende Arbeitsmittel erschweren es, mit zu Hause gebliebenen Kolleg:innen zusammenzuarbeiten.
  • Planungsaufwand: Das Vorhaben will detailliert geplant sein – das erfordert Zeit und Fachkompetenz.
  • Technische Schwierigkeiten: Auch wenn sich auf der Basis einer sorgfältigen Planung und Vorbereitung viele Hürden umgehen lassen, kann nicht jeder Eventualität vorgebeugt werden. Kommt es während einer Workation zu einem technischen Problem, ist dieses aufgrund der räumlichen Entfernung deutlich schwerer zu beheben.
  • Geringere Arbeitsmotivation: Beim Arbeiten an einem Urlaubsort kann die Motivation auch ins Wanken geraten. Wer sich die ganze Zeit lockenden Einflüssen ausgesetzt sieht, erkennt möglicherweise weniger Sinn darin, am „Schreibtisch“ sitzen zu bleiben, bis alle Tagesaufgaben erledigt sind.
  • Und natürlich: Missgunst Dürfen nur ausgewählte Mitarbeiter:innen eine Workation antreten, besteht das Risiko, dass Neid und Konkurrenzgefühle im Team geschürt werden.

Wenn also ein Mitarbeiter mit der Bitte nach einer Workation auf dich zu kommt, bist nun deutlich besser informiert. Vielleicht ist das eine spannende Methode, um deine Mitarbeiter motiviert und bei Laune zu halten. Es kommt also auf den Versuch an.

Also schreibt mir gerne, sofern ihr schon einmal eine Workation gemacht habt. Wie waren eure Erfahrungen? Was hat geklappt und was würdet ihr anders machen?

Schreibt mir gerne eine Mail oder über LInkedin. Ich freue mich von Euch zu hören.

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