Podcast „Zuhören Fragen Führen“ – Folge 132

Kontingenzmodell nach Fiedler

Der österreichische Psychologe Fiedler entwickelte diese Theorie in den 1960er Jahren. Er untersuchte die Persönlichkeit und Eigenschaften von Führungskräften und kam zu dem Schluss, dass sich der Führungsstil einer Person nur sehr schwer, wenn nicht sogar überhaupt nicht ändern lässt, da er durch die Lebenserfahrungen eines Menschen geprägt wird.

Dauer: 16 Minuten – Veröffentlicht am 15.08.2024

Der österreichische Psychologe Fiedler entwickelte diese Theorie in den 1960er Jahren. Er untersuchte die Persönlichkeit und Eigenschaften von Führungskräften und kam zu dem Schluss, dass sich der Führungsstil einer Person nur sehr schwer, wenn nicht sogar überhaupt nicht ändern lässt, da er durch die Lebenserfahrungen eines Menschen geprägt wird.

In seinem Buch “A Theory of Leadership Effectiveness” (1967) schrieb Fiedler, die Effektivität einer – Arbeitsgruppe werde durch das Zusammenwirken von Persönlichkeitsmerkmalen des Führers und der “Günstigkeit der Situation” bedingt.

Die “situationale Günstigkeit” reicht von “äußerst günstig” (der Führer wird von der Gruppe geschätzt, besitzt eine Machtposition und einen klar umrissenen Aufgabenbereich) bis zu “weniger günstig” (der Führer ist unbeliebt, hat wenig Macht und sieht sich einer unstrukturierten Aufgabe gegenüber).

Deshalb war Fiedler der Meinung, dass für die jeweils vorliegende Aufgabe die richtige Führungskraft auf Basis seiner Fähigkeiten für die jeweilige Situation ausgewählt werden muss.

Das Kontingenzmodell von Fiedler – Ein dynamischer Ansatz zur Führung

Führung ist keine Einheitslösung. Unterschiedliche Situationen erfordern unterschiedliche Führungsstile. Dies ist der Kern des Kontingenzmodells von Fred Fiedler, einem österreichischen Psychologen, der dieses Modell in den 1960er Jahren entwickelte. Seine Theorie revolutionierte das Verständnis von Führung und bleibt bis heute ein zentraler Punkt in der Führungstheorie.

Das Kontingenzmodell: Flexibilität in der Führung

Fiedler stellte fest, dass es keinen universellen Führungsstil gibt, der in jeder Situation funktioniert. Vielmehr hängt die Effektivität eines Führungsstils stark von der jeweiligen Situation ab. Der Führungsstil einer Person ist laut Fiedler relativ stabil und kann nicht einfach geändert werden. Dies liegt daran, dass der Führungsstil durch die Lebenserfahrungen und die Persönlichkeit einer Führungskraft geprägt ist.

Der LPC-Wert: Ein Maßstab für den Führungsstil

Um den eigenen Führungsstil zu bestimmen, entwickelte Fiedler den sogenannten LPC-Wert (Least Preferred Coworker). Dieser Wert zeigt, wie eine Führungskraft ihre am wenigsten bevorzugte Person einschätzt. Führungskräfte, die diese Person positiv bewerten, gelten als mitarbeiterorientiert, während diejenigen, die sie negativ bewerten, als aufgabenorientiert eingestuft werden.

  • Mitarbeiterorientierte Führungskräfte zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, starke zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen und Konflikte im Team zu lösen.
  • Aufgabenorientierte Führungskräfte hingegen sind effizient in der Organisation von Projekten und der Durchsetzung von Aufgaben.

Stärken und Schwächen des Kontingenzmodells

Das Kontingenzmodell von Fiedler bietet wertvolle Einblicke in die Passung von Führungsstil und Situation. Es ist besonders hilfreich, um zu bestimmen, welche Art von Führungskraft in einer bestimmten Situation am besten geeignet ist.

Allerdings hat das Modell auch seine Grenzen:

  • Unflexibilität: Es geht davon aus, dass der Führungsstil einer Person nicht geändert werden kann. Führungskräfte müssen sich anpassen, indem sie ihre Situation verändern, nicht ihren Stil.
  • Subjektivität der Messung: Die Bestimmung des LPC-Wertes und die Einschätzung der Situationsfaktoren können subjektiv sein.

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Fazit: Die richtige Führungskraft für die richtige Situation

Das Kontingenzmodell unterstreicht, dass Führung immer kontextabhängig ist. Es bietet eine praktische Methode, um den besten Führungsstil für eine bestimmte Situation zu identifizieren, und fordert Führungskräfte auf, ihre Stärken und die Anforderungen ihrer Position genau zu verstehen. Trotz seiner Kritikpunkte bleibt Fiedlers Kontingenzmodell ein bedeutendes Werkzeug, um Führung effektiver zu gestalten.

Mit diesen Erkenntnissen können Führungskräfte ihre Methoden anpassen und sicherstellen, dass sie in ihrer Rolle erfolgreich sind, indem sie den für ihre Situation am besten geeigneten Ansatz wählen.

Michael Zocholl

Michael Zocholl

Ich bin Wirtschaftspsychologe, Trainer und Coach. Ich unterstütze Führungskräfte und Unternehmen dabei, Mitarbeitergespräche wirksamer zu führen, Zusammenarbeit zu verbessern und Führung wissenschaftlich fundiert in die Praxis zu übertragen.

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